Tinnitus – der Quälgeist im Ohr

 

Tinnitus, wie man damit umgeht

 

A.                Was ist Tinnitus – was ist Ohrensausen

B.                Welches sind die Ursachen des Quälgeists ?

1.      Erkrankungen des Ohres

2.      Erkrankungen des Hörnerven

3.      Erkrankungen des Hirns

4.      Erkrankungen der Halswirbelsäule

5.      Psyche

6.      Durchblutungsstörungen

7.      Sonstige Ursachen

C.                Was kann man untersuchen

1.      Die HNO-ärztliche Spiegeluntersuchung

2.      Tonschwellenaudiogramm 

3.      Sprachaudiogramm

4.      Tympanometrie und Stapediusreflexschwellenmessung

5.      Otoakustische Emissionen

6.      Hirnstammaudiometrie

7.      Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen

8.      Dopplersonografie der Hirngefäße

9.      Kernspintomografie

10.  Blutuntersuchungen

D.                Therapien, die man meiden sollte

1.      Infusionstherapie

2.      Cortisontherapie

3.      Durchblutungsfördernde Mittel wie Pentoxifyllin (Trental®) oder Naftidrofuryl (Dusodril®)

4.      Hyperbare Sauerstofftherapie

5.      Stationäre Behandlung

6.      Hör- und Wahrnehmungstraining

7.      Unseriöse Methoden

E.                 Therapien, die zu empfehlen sind

1.      Psychotherapie

-         autogenes Training

-         Jacobsen

-         Yoga

2.      Akupunktur

3.      Homöopathie

4.      Neuraltherapie

5.      Krankengymnastik und Massage

6.      Sauerstoffmehrschritttherapie nach Ardenne

7.      Ausleitende Therapien

8.      Ordnungstherapie

9.      Pflanzenheilkunde

10.  Amalgamsanierung

11.  Klimatherapie

12.  Ernährungstherapie

13.  Anthroposopische Medizin

14.  Aromatherapie

15.  Ayurveda

16.  Biofeedback

17.  Elektroakupunktur nach Voll (EAV)

18.  Lymphdrainage

19.  Tinnitus Retraining Therapie

20.  Ortho-Bionomy

21.  Orthomolekulare Medizin

22.  Ozontherapie

23.  Bachblütentherapie

24.  HOT

25.  Hydro- und Thermotherapie

F.                 Selbsthilfegruppen

G.                Bücher zum Thema


A. Was ist Tinnitus – was ist Ohrensausen

Das gleiche.

Damit könnte eigentlich schon das ganze Kapitel beendet sein. Der eine Ausdruck ist deutsch, der andere lateinisch.

 

Bei einem medizinischen Laien ist der Begriff "Tinnitus" sehr negativ besetzt, während "Ohrensausen" eben nicht so schlimm zu sein scheint. Die Ursache dürfte in einer Verunsicherung durch diverse Medien, insbesondere die Laienpresse, verursacht sein. Mit dem Begriff "Tinnitus" wird etwas Unfassbares, Unkontrollierbares und Gefährliches suggeriert. Daraus resultiert eine gewisse Hilflosigkeit, die dann das Ohrensausen verstärkt. Da man "sowieso nichts machen kann", findet man sich schließlich damit ab und ist in der Lebensqualität stark eingeschränkt.

 

Dies muss nicht sein!

 

Ohrensausen deutet im Regelfall auf keine gefährliche Erkrankung hin (Ausnahme Akustikusneurinom) und ist auch kein Vorbote von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnlichem. Es kann aber ein Warnsignal sein, dass man sein Leben ändern und übermäßige Stressbelastung reduzieren muss.

 

Strenggenommen hat jeder Mensch einen Tinnitus. Die meisten merken dies glücklicherweise nur nicht. Da wir im täglichen Leben niemals absoluter Ruhe ausgesetzt sind, wird das Ohrensausen durch die Umgebungsgeräusche übertönt. Ohrensausen hat laut verschiedenen Untersuchungen die Lautstärke von 1 dB. Dies entspricht in etwa dem Fallen eines Blattes vom Baum. Haben Sie dies schon einmal gehört? Wohl kaum.

 

Das Problematische ist, dass sich Patienten auf das Ohrensausen konzentrieren (natürlich unbewusst) und dadurch das Geräusch als störend empfinden, werden sie sich dessen dann bewusst, führt dies zu Nervosität und Hilflosigkeit und das Ganze wird immer schlimmer. Der "kleine Mann" im Ohr kann im Extremfall sogar zum Selbstmord führen.

 

Absolute Stille muss unbedingt gemieden werden.

 

Während im täglichen Leben absolute Stille nie vorkommt, lässt sich eine derartige Situation künstlich schaffen. Konfrontiert man Menschen ohne Vorwarnung und ohne Information mit dieser Situation, werden sie nach kurzer Zeit regelrecht verrückt. Sie hören Geräusche des eigenen Körpers, die sonst nie gehört werden, z.B. Herzschlag, Schlucken oder Atmen. Die Betreffenden wollen aus dieser Ruhekammer sofort wieder heraus. Informiert man sie jedoch bevor sie in einen derartigen Raum gehen, werden die körpereigenen Geräusche besser ertragen.

 

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt deshalb in der Hilfe zur Selbsthilfe. Der Betroffene soll über seinen "Quälgeist" im Ohr informiert werden, damit er ihn selbst bekämpfen kann. Ärzte, Selbsthilfegruppen und andere Therapeuten können immer nur eine Hilfestellung dazu geben, beseitigen kann das Geräusch nur der Patient selbst.

 

Der Tinnitus wird vom Patienten sehr unterschiedlich empfunden. Häufig wird über ein Sausen geklagt, mal über ein Pfeifen, ein Zischen, ein Pochen oder Brummen. Gelegentlich wird das Geräusch ununterbrochen gehört, mal mehr tagsüber, mal mehr nachts, mal zu anderen bestimmten Zeitpunkten. Das Geräusch wird oft im rechten Ohr gehört, oft im linken Ohr, oft auf beiden Ohren oder auch in Kopfmitte. Es gibt auch Patienten, die haben einmal im Monat eine Minute Ohrensausen und sind dadurch sehr beunruhigt, weil sie die Ursachen nicht kennen.

 

 

B. Welches sind die Ursachen des Quälgeistes ?

Die Ursachenforschung ist sehr wichtig, um die Krankheit von Grund auf heilen zu können. Häufig lassen sich mehrere Ursachen gleichzeitig finden, wobei es dann reicht, die eine oder andere auszuschalten, um das lästige Ohrensausen loszuwerden. In vielen Fällen ist sich die Wissenschaft sehr uneinig, warum der eine Mensch unter Ohrensausen leidet und der andere nicht. Diese Frage wird intensiv beforscht, herausgekommen ist dabei allerdings noch nicht allzuviel. Die folgenden Hinweise sind demnach nicht mit absoluter Gewissheit anzusehen. Wir wissen noch nicht einmal genau, an welchem Ort das Ohrensausen entsteht (Ohr, Nerv, Hirn). Es gibt aber immer wieder Indizien im Einzelfall, die dann doch auf den Ort des Geschehens hinweisen.

 

1. Erkrankungen des Ohres

Es gibt zahlreiche Ohrerkrankungen, die mehr oder weniger häufig mit Ohrensausen verbunden sind:

·        Ohrenschmalz. Ein das Ohr verstopfender Ohrenschmalzpfropf kann zu einem Druckgefühl im Ohr verbunden mit Ohrensausen führen. Dies tritt insbesondere dann sehr häufig auf, wenn sich die Patienten mit Stäbchen die Ohren reinigen. Dies sollte in jedem Fall unterlassen werden. Plötzlich bemerkt wird das Ohrensausen häufig nach dem Baden, da infolge des Wassers das Ohrenschmalz aufquillt und der Gehörgang dann endgültig abgeschlossen wird. Dies ist im Grunde die angenehmste Ursache, da sie gut zu beseitigen ist.

·        Gehörgangsfremdkörper. Aus dem gleichen Grund wie oben, können auch Gehörgangsfremdkörper den Gehörgang abschließen und zu Ohrensausen führen. Eine Besonderheit sind dabei lebendige Insekten, die durch ihren Flügelschlag den Betroffenen regelrecht zum Wahnsinn treiben können.

·        Akute Mittelohrentzündung. Bei einer akuten Mittelohrentzündung wird das Trommelfell und das Mittelohr besser durchblutet, daher erscheint das Trommelfell bei der Ohrspiegelung rot. Verbunden mit der Mittelohrentzündung ist häufig eine leichte Entzündung des Innenohres, die sich dann in Ohrensausen ausdrückt.

·        Chronische Mittelohrentzündung. Die chronische Mittelohrentzündung ist durch einen Trommelfelldefekt gekennzeichnet, wobei es aus dem Mittelohr eitern kann. Die chronischen Mittelohrentzündungen werden sehr häufig operativ behandelt.

·        Otosklerose. Bei der Otosklerose, die häufiger bei Frauen als bei Männern auftritt, handelt es sich um eine Verwachsung bzw. Versteifung des Gelenks zwischen Amboss und Steigbügel. Otosklerose führt zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit, gelegentlich auch zum Ohrensausen. Durch einen operativen Eingriff (Stapedektomie) wird das kranke Gelenk entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Oft verschwindet dadurch das Ohrensausen.

·        Lärmtraumata. Durch ein akutes Ereignis (Knalltrauma, Explosionstrauma, Discobesuch) oder durch eine langfristige Belastung durch Lärm am Arbeitsplatz können die Haarzellen im Innenohr erkranken bzw. zerstört werden. Als Folge findet sich eine Hörstörung hauptsächlich im Bereich um die 4000 Hz. Die Patienten geben dann auch ein Ohrensausen in diesem Bereich an. Diese Ursache lässt sich relativ häufig nachweisen.

·        Morbus Menière. Der Morbus Menière ist gekennzeichnet durch Anfälle von Ohrensausen, Hörstörung und Schwindel. Die Ursache ist eine Vermischung von verschiedenen Flüssigkeiten im Innenohr.

·        Medikamente. Es gibt viele Medikamente, die direkt für das Ohr giftig sind. In der Roten Liste findet man bei ihnen als Symptom "Ohrensausen". Das bekannteste Medikament ist Acetylsalicylsäure bei längerer Einnahme (z.B. Aspirin®). Blutdrucksenkende Mittel, insbesondere ACE-Hemmer, können Ohrensausen auslösen. Die Anti-Baby-Pille führt in seltenen Fällen ebenfalls dazu. Bei Medikamenten gegen Tuberkulose, z.B. Streptomycin®, ist schon seit 50 Jahren das Ohrensausen gefürchtete Folge. Antibiotika wie Gentamycin® wirken stark giftig auf die Ohren. Aber auch andere Antibiotika können unter Umständen  zu Ohrensausen führen.

·        Virale oder bakterielle Infekte. Durch eine infektbedingte Durchblutungseinschränkung fallen Teile des Innenohres aus, dies wird vom Patienten als Ohrensausen empfunden.

·        Die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose kann als Symptom Ohrensausen hervorrufen. 

 

2. Erkrankungen des Hörnerven

Der achte Hirnnerv, der Nervus vestibulocochlearis, bildet die Verbindungen zwischen dem Ohr und dem Hirn. Im Bereich dieses Nerven können gutartige Tumoren auftreten, sogenannte Akustikusneurinome. Sie lassen sich heute recht einfach mittels Hirnstammaudiometrie oder Kernspintomografie nachweisen. Bei länger dauerndem Ohrensausen muss ein derartiger Tumor immer ausgeschlossen werden.

·        Bestimmte Zahnfüllungen, z.B. Amalgam oder Palladium, können den Nerven angreifen. Der achte Hirnnerv liegt relativ nahe an diesen Zahnfüllungen, so dass er rasch geschädigt werden kann. Leider kann in diesen Fällen die Zahnsanierung nur dazu führen, dass das Ohrensausen nicht fortschreitet. Eine Heilung ist oft nicht mehr möglich, da der Schaden bereits irreversibel ist.

 

3. Erkrankungen des Hirns

·        Neurologische Systemerkrankungen, z.B. multiple Sklerose. In diesem Fall beruht das Ohrensausen nicht auf einer Veränderung im Ohr, sondern in der Reizweiterleitung bzw. Verarbeitung.

·        Zu Ihrer Beruhigung: Ohrensausen tritt meist nicht als Früh- bzw. Warnsymptom bei derartigen Erkrankungen des Hirns auf, sondern erst relativ spät. Es würde überhaupt keinen Sinn machen, jetzt alle Patienten mit Ohrensausen auf multiple Sklerose zu untersuchen. In über 99% der Fälle käme hier nichts heraus.

 

4. Erkrankungen der Halswirbelsäule

In diesem Fall muss unbedingt die Halswirbelsäule diagnostisch abgeklärt und eine entsprechende Behandlung durchgeführt werden. Die alleinige Röntgendiagnostik der Halswirbelsäule hilft meistens nicht weiter.

 

5. Psyche

Durch das Ohrensausen verändert sich die Psyche und dadurch wieder das Ohrensausen. Es tritt ein regelrechter Teufelskreis auf. Aus diesem Teufelskreis müssen Sie sich unbedingt befreien.

·        Stress. Durch den Stress ziehen sich Blutgefäße zusammen, das Ohr wird mangelhaft durchblutet und zeigt dies gewissermaßen durch ein hier meist tieffrequentes Brummen an. Diese Art des Ohrensausens ist glücklicherweise relativ einfach in den Griff zu bekommen.

 

6. Durchblutungsstörungen

Im Bereich der großen hirnversorgenden Gefäße und der großen Gefäße im Hirn lässt sich meistens keine Durchblutungsstörung nachweisen. Im Bereich der kleinen Gefäße wird eine solche vermutet, lässt sich aber häufig nicht nachweisen. Folgende Ursachen sind anzunehmen:

·        Nikotin. Bei starken Rauchern ist die Wahrscheinlichkeit des Ohrensausens wesentlich erhöht. Wird das Rauchen nicht relativ schnell aufgegeben, ist im allgemeinen das Ohrensausen nicht mehr heilbar.

·        Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie.

·        Mineralstoffmangel, vor allem Zink- und Magnesiummangel. Leider ist das Fehlen dieser Mineralstoffe nicht so ohne weiteres nachweisbar, der Blutspiegel ist oft normal.

·        Hypertonie (hoher Blutdruck), die zu Arteriosklerose bzw. Sklerose der kleinen Gefäße führt. Durch die Minderdurchblutung tritt der Ton im Ohr auf.

·        Häufig liegen die Blutfarbstoffwerte wesentlich über denen der Norm, so dass die Durchblutung aufgrund der Zähigkeit des Blutes beeinträchtigt ist.

 

7. Sonstige Ursachen

·        Eine chronische Erkrankung der Nasennebenhöhlen kann zu einem Ohrensausen führen. Hier ist eine naturheilkundliche Behandlung am erfolgversprechendsten.

·        Erkrankte Zähne, insbesondere Zahnherde im Oberkieferbereich, impaktierte Weisheitszähne. Bei lang anhaltendem Ohrensausen gehört zur Diagnostik auf jeden Fall eine Röntgenuntersuchung (Panoramaaufnahme) der Zähne und, wenn notwendig, eine Zahnsanierung.

·        Ein Tic der Mittelohrmuskeln führt zu einem ständigen Klacken. Hierbei ziehen sich Mittelohrmuskeln plötzlich zusammen, in seltenen Fällen können dies andere Menschen auch hören.

 

 

C. Was kann man untersuchen?

Das Ohrensausen sollte in jedem Fall von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Durch diese Untersuchungen kann in vielen Fällen die Ursache des Ohrensausens erkannt werden.

 

1.      HNO-ärztliche Spiegeluntersuchung

Unter dem Ohrmikroskop werden die Gehörgänge und die Trommelfelle beobachtet. Dabei wird auf Entzündungszeichen, Fremdkörper, Trommelfelldefekte u.ä. geachtet. Bei der Untersuchung der Nase wird geprüft, ob diese normal durchgängig ist, oder ob sich Eiter oder pathologisches Sekret findet. Durch die Untersuchung mit Spiegeln können Tumoren am Rachendach erkannt werden. Eine Entzündung im Mandelbereich sollte in jedem Fall behandelt werden.

 

2.      Tonschwellenaudiogramm

Beim Tonschwellenaudiogramm wird getestet, bei welcher Stärke ein Ton im Ohr gehört wird. Getrennt werden dabei die Mittelohren und Innenohren untersucht. Aus der Art des Tonschwellenaudiogramms kann man auf die Ursachen der Hörstörung schließen:

§         Hochtonschwerhörigkeit ist in der Regel im Alter zu finden (Abb.1)

§         Mitteltonschwerhörigkeit (wannenförmig) hat oft erbliche Ursachen (Abb.2)

§         Tieftonschwerhörigkeit ist meistens stressbedingt (Abb.3)

§         die C-5-Senke ist typischerweise lärmbedingt (Abb.4)

§         eine Senke bei 2000 Hz weist häufig auf eine Otosklerose hin (Abb. 5)

§         eine pancochleäre Schallempfindungsstörung von 60 dB ist meistens durch einen kompletten Ausfall der äußeren Haarzellen im Innenohr verursacht (Abb. 6)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 1 Hochtonschwerhörigkeit


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 2 Mitteltonschwerhörigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 3 Tieftonschwerhörigkeit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 4 C-5-Senke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 5 Otosklerose


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 6 Ausfall der äußeren Haarzellen

 

3. Sprachaudiogramm

Beim Sprachaudiogramm wird untersucht, bei welcher Lautstärke eine zweistellige Zahl (z.B."33") und ein einsilbiges Wort (z.B. "Schaf") gerade noch verstanden werden. Durch den Vergleich mit dem Tonschwellenaudiogramm lässt sich feststellen, ob die Hörtestung überhaupt stimmt und inwieweit sich Hinweise auf eine zentrale Hörstörung ergeben.

 

4. Tympanometrie und Stapediusreflexschwellenmessung

Bei der Tympanometrie kommt eine Sonde ins Ohr, auf das Trommelfell wird ein Über- und dann ein Unterdruck aufgebaut. Aus der abgeleiteten Kurve kann man auf Funktionsstörungen des Mittelohres schließen. Durch laute Töne wird im Mittelohr ein Reflex auf die Gehörknöchelchen ausgeübt, der Stapediusreflex. Aus dem Vorhandensein, dem nicht Vorhandensein und der Schwelle kann man auf verschiedene Krankheiten schließen.

 

5. Otoakustische Emissionen

Ein normales Ohr hört nicht nur, es sendet auch Töne aus. Diese Töne kann man nicht hören, aber messen. Ein gesundes Ohr sendet diese Töne aus, ein erkranktes nicht. Auch durch diese Methode kann man auf bestimmte Störungen im Innenohr bzw. Mittelohr schließen.

 

6. Hirnstammaudiometrie

Bei der Hirnstammaudiometrie werden Töne aufs Ohr gegeben, dann wird mittels einer speziellen EEG-Technik beobachtet, wie die Töne im Hirn ankommen. So dauert es etwa 5 Millisekunden, bis ein Ton vom Innenohr ins Hirn fortgeleitet ist. Diese Zeit muss auf beiden Ohren gleich sein. Bei einer Zeitdifferenz liegt der Verdacht auf ein Akustikusneurinom nahe.

 

7. Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen

Diese Untersuchung ist sicher und sehr einfach. Es soll eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ausgeschlossen werden.

 

8. Dopplersonografie der Hirngefäße

Mittels einer speziellen Technik werden die Gefäße, die zum Hirn führen (z.B. Arteria carotis interna, Arteria carotis externa, Arteria carotis communis usw.) und auch die großen Gefäße im Hirn dargestellt. Hier kann man in seltenen Fällen eine Durchblutungsstörung der großen Hirngefäße finden.

 

9. Kernspintomografie 

Akustikusneurinome und kleine Hirntumoren lassen sich gut mit der Kernspintomografie nachweisen (nicht mit Computertomografie). Diese Untersuchung ist allerdings nur ausnahmsweise erforderlich.

 

10. Blutuntersuchungen

Um Stoffwechselstörungen nachzuweisen, müssen unter Umständen Laboruntersuchungen gemacht werden. Dies hängt aber jeweils vom Einzelfall ab. Ein Blutbild gibt Hinweise darauf, ob ein Aderlass gemacht werden muss. Eine erhöhte Blutsenkung weist auf Entzündungen hin.

 

 

D. Therapien, die man meiden sollte

Patienten mit dem "kleinen Mann im Ohr" sind häufig verzweifelt und rennen von Arzt zu Arzt und von Heilpraktiker zu Heilpraktiker. Dabei bezahlen sie noch viel Geld aus der eigenen Tasche. Dies ist zwar verständlich, führt aber nicht unbedingt zur Heilung, sondern mehr zur Verwirrung. Patienten sollten kritisch sein und können sich schon verschiedene Meinungen anhören, aber drei Meinungen sollten ausreichend sein. Zehn verschiedene Tinnitustherapien gleichzeitig nützen garantiert nichts. Das Motto "viel hilft viel" greift hier nicht.

 

Von folgenden Therapien möchte ich mehr oder weniger streng abraten:

 

1.      Infusionstherapie

Erleiden  Patienten einen Hörsturz mit Tinnitus, gehen diese meistens zu einem Hals-Nasen-Ohrenarzt und erwarten selbstverständlich, dass eine Infusionsbehandlung durchgeführt wird. Die Infusionstherapie soll die Durchblutung im Ohrbereich verbessern. Diese Therapie ist sehr fragwürdig, sie kann die Durchblutung sogar verschlechtern. Es gibt keinerlei Nachweise, dass diese Behandlung irgendetwas bringt. Je nach Art der Infusionen resultieren sogar erhebliche Nebenwirkungen, insbesondere ein ganz penetranter Juckreiz.

 

Wenn ich mit anderen HNO-Ärzten ein Zwiegespräch führe, gibt praktisch jeder zu erkennen, dass er von dieser Behandlung überhaupt nichts hält. Es machen alle nur, weil es alle machen und es in den Leitlinien steht. Jeder hat Angst, vom Patienten verklagt zu werden, wenn er diese Behandlung unterlässt. Es gibt sogar eine Studie die zeigt, dass ein Hörsturz mit Therapie in 85% gut wird und ohne Therapie ebenfalls in 85%. Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Jahren der Unsinn der Infusionen  bei Hörsturz und Tinnitus aufhört.

 

2. Cortisontherapie

Häufig wird mit den Infusionen gleichzeitig noch Cortison verabreicht, und zwar in hohen Dosen. Damit sollen irgendwelche Entzündungen im Innenohr unterdrückt werden. Auch hier fehlt jeglicher Nachweis. Sicher sind nur die Nebenwirkungen von Cortison wie verminderte Abwehrbereitschaft, Gewichtszunahme, Mondgesicht, Beginn einer Zuckererkrankung, Hautprobleme, Magenprobleme usw. Wenn Sie sich schon unbedingt eine Infusion antun wollen, dann bitte ohne Cortison.

 

2.      Durchblutungsfördernde Mittel wie Pentoxifyllin (Trental®)

oder Naftidrofuryl (Dusodril®)

Diese Mittel sollen dazu führen, dass die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden, indem die roten Blutkörperchen gewissermaßen zusammengedrückt werden. Dabei gibt es allerdings keinerlei Gewährleistung, dass das Ohr besser durchblutet wird. Es kann sogar im Gegenteil Probleme geben, dass durch eine Verflüssigung des Blutes durch einen Stealeffekt (to steal=englisch stehlen) Blut aus den Ohrgefäßen wieder herausgesaugt wird. Außerdem ist ein Blick auf die Nebenwirkungsliste sinnvoll: zentralnervöse Störungen, Unruhe, Schwindel, Schlafstörungen, Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Leberzellnekrosen, allergische Reaktionen, Herzrhythmusstörungen, Blutungen, Anstieg von Leberenzymen, Hautreaktionen, Herzschmerzen und Blutdruckabfall.

 

4. Hyperbare Sauerstofftherapie

Bei dieser Behandlung kommen Patienten in spezielle Druckkammern, die mit mehreren Atmosphären reinen Sauerstoffs gefüllt werden. Dieser Sauerstoff soll letztendlich seinen Weg ins Innenohr finden und damit das Ohrensausen beseitigen. Diese Behandlung, die relativ teuer ist, wird häufig als letzter Ausweg gesehen. Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung fehlen völlig. Die Nebenwirkungsrate ist hoch, bei vielen Patienten verschlechtert sich das Ohrensausen, häufig treten auch Kopfschmerzen und Angstzustände auf. Glücklicherweise ist der Boom dieser Therapie schon vorüber. Persönlich habe ich noch keinen Patienten gesehen, dem diese Behandlung geholfen hätte. Es soll allerdings in Einzelfällen vorkommen. Das Risiko, dass sich das Ohrensausen verschlechtert, ist nach meiner Einschätzung auf jeden Fall wesentlich größer.

 

5. Stationäre Behandlung    

Ein Hörsturz wird heute häufig noch stationär behandelt. Der Sinn dabei ist, die Patienten aus ihrer gewohnten Umgebung herauszuführen und sie einige Tage zu entlasten. Dies mag in wenigen Fällen auch sinnvoll sein, in der Regel sollte ein Hörsturz bzw. Tinnitus nicht stationär behandelt werden. Bei dem Charme deutscher HNO-Kliniken werden die Patienten ja auch eher kränker als gesünder. Ich habe es tatsächlich schon einmal erlebt, dass ein Patient in einer deutschen Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik stationär wegen Hörsturz behandelt wurde und nebendran wurde die Klinik mit Presslufthämmern umgebaut. Auf den Gedanken, dass diese Therapie unter Umständen schaden könnte, ist in der Uni-Klinik wohl keiner gekommen.

 

Im Einzelfall kann allerdings eine stationäre Therapie zur psychologischen Betreuung bei dekompensiertem Tinnitus erforderlich sein. Dies sind aber seltene Ausnahmen und sollten keinesfalls an den Beginn der Behandlung gestellt werden. Es gibt ca. 40 Kliniken in Deutschland, die als spezielle Indikation "Tinnitus" angeben. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Kliniken alle qualifiziert sind. Je stärker eine Klinik in der Laienpresse wirbt, desto suspekter wird sie. Man sollte hier sehr vorsichtig sein.

 

6. Hör- und Wahrnehmungstraining

Diese Methode (nach Tomatis) nimmt für sich in Anspruch, die Situation im Innenohr durch spezielle Trainingsmaßnahmen zu verbessern. Das geschieht unter anderem durch Hören von bestimmter Musik. Wenn diese Methode für sehr viel Geld angeboten wird, sollte man sehr vorsichtig sein. Es gibt allerdings auch seriöse Hörtrainings-Methoden.

 

7. Unseriöse Methoden

Viele Ärzte werden dadurch reich, dass sie als einzige eine spezielle Therapie anbieten und massenhaft Patienten zu ihnen pilgern, denen das Blaue vom Himmel herunter versprochen wird, dies natürlich für sehr viel Geld. Wenn ein Arzt tatsächlich eine wirksame Behandlung für Tinnitus findet, wird er sie langfristig nicht allein anwenden. Heilungsgarantien müssen immer skeptisch stimmen. Wenn für irgendwelche obskuren Methoden sehr auffällig geworben wird, sollte man die Finger davon lassen. Harmloser sind dabei die Methoden, die nur Geld kosten, aber nichts bringen. Gefährlicher wird es, wenn sie viel Geld kosten und auch noch schaden.

 

 

E. Therapien, die zu empfehlen sind

Ohrensausen hat eine hohe Spontanheilungstendenz. Bei vielen Patienten, die unter Ohrensausen leiden, veschwindet ohne jede Therapie das Ohrensausen plötzlich. Diese Tatsache macht es so schwer, die ganzen Therapien, die es so gibt, zu vergleichen. Wenn ich als Arzt einen Patienten mit Ohrensausen behandle und das Ohrensausen hört auf, heißt dies noch lang nicht, dass es durch meine Hilfe geschehen ist. Wenn letztendlich schon die Behandlung des Ohrensausens sehr unsicher ist, ist es meiner Ansicht nach nicht vertretbar, wenn Therapieverfahren gewählt werden, die entweder noch zusätzlich schaden (siehe Kapitel E) oder wenn sie finanziell überstrapazieren. Glücklicherweise gibt es viele Therapiemöglichkeiten, die im Wesen den Naturheilverfahren und der Homöopathie zuzurechnen sind. Sie haben im Regelfall keine gefährlichen Nebenwirkungen und sind finanziell erschwinglich bzw. werden sogar von den Krankenkassen erstattet.

 

Ein Behandler kann immer nur unterstützen, die Hauptarbeit müssen Sie als Patient selbst leisten. Hierbei sind die wichtigsten Grundsätze:

 

Stille vermeiden

Durch absolute Stille wird das Ohrensausen automatisch lauter. Wenn Sie nachts nicht einschlafen können, weil ihr Ohr zu laut pfeift, schalten Sie ein Radio mit Zeitschaltuhr an, so dass Ihr Schlaf später nicht gestört wird. Keinesfalls im ruhigen stillen Schlafzimmer bleiben und sich verrückt machen lassen. Zur Not stehen Sie nachts auf und schauen Fernsehen bis Sie zum Einschlafen müde werden.

 

Nicht verrückt werden

Durch das Ohrensausen entsteht das Gefühl, schwer krank zu sein. Dies ist in der Regel nicht der Fall. Das Ohrensausen ist zwar lästig, aber harmlos. Auf keinen Fall die Nerven verlieren. Immer daran denken, dass Ohrensausen zwar kurzfristig schlimmer werden kann, langfristig aber im Regelfall wieder verschwindet.

 

Nicht von Medien verrückt machen lassen

Prominente erleiden, wie andere auch, gelegentlich Hörstürze und haben Tinnitus. Dies wird dann in den Medien breitgetreten. Hier wird meistens betont, wie wichtig doch Infusionen seien. Man muss immer daran denken, dass hinter derartigen Berichten häufig die Pharmaindustrie steht, die ihre Produkte verkaufen will.

 

Nicht unter Zeitdruck setzen lassen

Die Aussage, dass nach drei Monaten das Ohrensausen chronisch und damit unheilbar sei, ist falsch. Diese Drei-Monats-Grenze gibt es nicht. Ohrensausen kann unter Umständen auch noch nach Jahren verschwinden. Nie die Hoffnung aufgeben. Denken Sie immer daran, dass bei einer Behandlung das Ohrensausen auch kurzzeitig mal schlimmer werden kann, bevor es endgültig besser wird.

 

Nicht allzu häufig mit anderen Menschen über das Ohrensausen reden

Dies führt letztendlich dazu, dass jeder etwas zu dem Thema weiß und Sie tausend verschiedene gute Ratschläge erhalten. Ratschläge sind meistens auch Schläge. Es ist besser, im Bekanntenkreis das Thema zu ignorieren. Lehrer, die Berufsgruppe, die am häufigsten unter Hörstürzen und Tinnitus leidet, sollten z.B. nicht im Lehrerzimmer darüber diskutieren.

 

Nicht zu den falschen Ärzten gehen

Dieser Punkt ist natürlich leichter gesagt als getan. Es gibt aber ärztlicherseits Äußerungen, die Sie sich nicht anhören sollten:

 

"Warum sind Sie erst so spät zu mir gekommen?"

Dies ist eine völlig unsinnige Aussage, sie dokumentiert nur das Unvermögen des Arztes, Ihnen zu helfen. Er schiebt die Schuld auf Sie und erzeugt damit ein schlechtes Gewissen. Dies führt in der Regel dazu, dass sich das Ohrensausen verschlimmert. Denken Sie daran, wenn Sie eine derartige Äußerung hören, dass der Arzt ein Versager ist, nicht Sie.

 

"Damit müssen Sie leben".

Diese Äußerung führt regelmäßig dazu, dass sich das Ohrensausen drastisch verschlimmert. Es ist nicht nur gefährlich, sondern auch falsch so etwas zu sagen, denn das Ohrensausen kann sich jederzeit noch bessern. Der Arzt ist nämlich mit seinem Latein am Ende und kann nichts mehr für Sie tun.

 

 

E. Therapien, die zu empfehlen sind

Im folgenden möchte ich 25 Therapiemöglichkeiten aufzeigen, die bei Ohrensausen in Frage kommen. Kein Arzt beherrscht alle diese Therapien gleichzeitig. Sie müssen also gezielt danach fragen bzw. sich einen Behandler suchen, der das entsprechende Verfahren beherrscht. Dies ist nicht immer ganz einfach, in Zeiten des Internets aber etwas erleichtert.

 

 

1. Psychotherapie

Es gibt sehr viele psychotherapeutische Verfahren, vom autogenen Training bis zur klassischen Psychoanalyse, die beim Tinnitus in Frage kommen. Letztendlich ist das Ziel einer Psychotherapie immer, bestimmte psychische Probleme aufzuarbeiten und Sie vom Ohrensausen abzulenken. Da Stress in unserer heutigen Zeit eine große Rolle spielt, sollen auch geeignete Techniken gelernt werden, um mit dem Stress besser umzugehen zu können bzw. den Stress zu reduzieren.

 

Eine aufwändige Psychotherapie ist in den seltensten Fällen erforderlich. Häufig sind eine "kleine Psychotherapie" beim Hausarzt oder entspannende Verfahren wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Yoga oder diverse chinesische Entspannungstechniken sinnvoll. Wenn Sie in einen entspannteren Zustand kommen, lässt auch die Gefäßspannung nach, dadurch wird die Durchblutung im Ohrbereich verbessert. Schwierig wird es, wenn Ihr Chef ein Choleriker ist und Sie gemobbt werden, dann ist eine spezielle Beratung erforderlich. Reine Psychotherapie hilft hier meist nicht weiter. Mobbing am Arbeitsplatz ist sehr schlimm, Sie sollten aber bedenken, dass nicht immer nur einer schuld sein muss. Durch eine genaue psychotherapeutische Aufbereitung können Ihre Probleme vermindert oder gelöst werden. Denn wenn Sie am Arbeitsplatz dauernd unter Spannung stehen, wird das Ohrensausen meistens nicht besser.

 

2. Akupunktur

Durch eine Ganzkörperakupunktur oder auch durch eine Ohrakupunktur kann man verschiedene Regelkreise im Körper beeinflussen. Beim Halswirbelsäulensyndrom in Verbindung mit Ohrensausen hilft z.B. die Akupunktur gut. Allerdings ist sie nicht die Domäne beim Ohrensausen. Einen Behandlungsversuch ist es auf jeden Fall wert, auch wenn die Akupunktur nur kurzfristig hilft. Zuviel sollte man jedoch nicht erwarten, da diese Behandlungsmethode zur Zeit eine Modeerscheinung zu sein scheint.

 

3. Homöopathie  

Da ich weitgehend homöopathisch behandle, bevorzuge ich natürlich diese Methode und wende dabei die Einzelmittelhomöopathie an. Homöopathie ist nämlich eine Reizbehandlung und die Kombination mehrerer Mittel würde zuviel Reize bedeuten. Die homöopathische Mittelgabe ist abhängig von der Qualität des Ohrensausens, dem Ort des Tinnitus, der Ursache und der gesamten Persönlichkeit. Beim chronischen Tinnitus dauert die Behandlung Monate, wenn nicht gar Jahre. Die langfristigen Aussichten sind aber recht gut. Eine Heilungsgarantie kann allerdings nicht gegeben werden.

 

Es empfiehlt sich, das Ohrensausen nicht selbst homöopathisch zu behandeln. Ich möchte aber an dieser Stelle doch einige Hinweise geben:

 

Ohrensausen und Hörstörung nach Trauma                  Arnica D2-D30 Tabletten

plötzlicher Beginn des Ohrensausens                Aconit D30 Globuli

Ohrensausen rechts                                                     Lycopodium D6 Tabletten

Ohrensausen links                                                       Lachesis D12 Globuli

Ohrensausen bei starken Rauchern                              Caladium D12 Tabletten

klopfender Tinnitus                                                      Petroleum D6 Dilution

objektivierbarer Tinnitus                                              Tarantula hispanica D12 Tabletten

bienenartiger Tinnitus                                       Apis D6 Globuli

Tinnitus mit Sensibilitätsstörungen                                Secale cornutum D4 Tabletten

maschinenartiger Tinnitus                                             Hydrastis D12 Tabletten

Ohrensausen schlimmer durch Lärmbelastung   Asarum D6 Tabletten oder

                                                                                  Theridion D12 Tabletten

Morbus Menière                                                         Cocculus D6 Tabletten

Stress                                                                         Cocculus D6 Tabletten

 

4. Neuraltherapie

Durch Spritzen mit Lokalanästhetika an bestimmten Stellen um das Ohr herum kann das Ohrensausen in Einzelfällen in kürzester Zeit beseitigt werden. Möglich ist auch die Injektion von Lokalanästhetika an das Ganglion stellatum, dies ist ein Nervengeflecht, welches das sympathische Nervensystem beeinflusst und durch kurzfristige Ausschaltung für eine Durchblutungsbesserung im Ohr sorgt. Diese Therapie ist allerdings nicht ungefährlich.

 

5. Krankengymnastik und Massage

Eine vorsichtige HWS-Massage ist bei Innenohrerkrankungen möglich. Das Gewebe wird zur Durchblutungssteigerung sowie Verbesserung der Atemexkursion und des Abhustens gelockert. Ebenfalls möglich sind Reflexzonenmassagen am Fuß. Noch günstiger zur Behandlung der Halswirbelsäule ist die Krankengymnastik. Auch kann die Dorn-Technik zum Einsatz kommen. Hierbei wird mit weichen Methoden versucht, die Wirbelsäule insgesamt wieder einzurenken. Es besteht die Chance, dass sich dadurch auch das Ohrensausen verbessert. 

 

6. Sauerstoffmehrschritttherapie nach Ardenne

Bei der Sauerstoffmehrschritttherapie nach Ardenne wird im ersten Schritt die Erhöhung der O2-Utilisationsfähigkeit des Gewebes durch Pharmaka erreicht, hauptsächlich durch Vitamin B1, Dipyridamol und Magnesiumorotat. Im zweiten Schritt wird der Sauerstoffpartialdruck in der Inspirationsluft durch Einatmen von 95%igem Sauerstoff für 20 Minuten erhöht. Im dritten Schritt werden Maßnahmen ergriffen zur Erhöhung der Gewebsdurchblutung durch körperliche Belastung, thermische Belastung oder Pharmaka (g-Strophantin, Koffein und Dipyridamol), damit werden die Organe und die Muskulatur mehr durchblutet. Es können Nebenwirkungen notwendiger Pharmaka vermindert werden.

 

Die Behandlung ist vielversprechend bei lang andauerndem Ohrensausen. Besserungen sind unter Umständen noch nach Jahren möglich. Die Behandlung ist allerdings recht teuer.

 

7. Ausleitende Verfahren

Bei den ausleitenden Verfahren spielt die Vorstellung der Humoralpathologie eine Rolle. Wenn Leber und Niere in ihrer Ausscheidungsfunktion überlastet werden, können andere Organe die Ausleitungsfunktion übernehmen. Dies sind zum Beispiel die Haut (Neurodermitis) oder auch die Ohren (chronische Ohrsekretion). Um die Giftausleitung gezielt vorzunehmen, kommen verschiedene Verfahren infrage. Das klassische Verfahren zur Ausleitung ist der Aderlass. Dieses Verfahren ist zu sehr in Vergessenheit geraten, da insbesondere beim Tinnitus vielen Patienten damit geholfen werden kann, sofern diese zu viel roten Blutfarbstoff haben. Man sollte daran denken, dass der Hb-Wert nicht nur durch Infusionen gesenkt werden kann, sondern auch durch einen einfachen Aderlass. Ein anderes ausleitendes Verfahren ist die Therapie mit Blutegeln oder das Schröpfen. Beim Schröpfen werden Glasgläser auf den Rücken aufgesetzt, durch Erwärmung im Inneren wird ein Vakuum geschaffen, dadurch wird die Haut angesaugt, es entsteht eine Art Riesenknutschfleck. Diese Methode kann auch mit der Akupunktur kombiniert werden, indem nach der Nadelung an bestimmten Akupunkturpunkten geschröpft wird (sog. blutiges Schröpfen).

 

Ein weiteres ausleitendes Verfahren ist die Reiztherapie nach Baunscheidt. Hierbei wird ein Hautareal, das eine Beziehung zu dem Krankheitsherd hat, geritzt und mit Hautreizölen eingerieben. Es bildet sich eine kleine Entzündung, die den Körper entgiften soll.

 

Die Ausleitungs- und Entgiftungstherapie steht vor allen Dingen bei chronischen Erkrankungen am Anfang einer naturheilkundlichen Behandlung. Die wichtigsten Ausleitungsorgane sind Leber – Galle, Magen – Darm, Nieren – Blase, aber auch das Lymphsystem, die Haut und die Atemwege. Durch eine homöopathische Begleittherapie kann die Ausleitung zusätzlich verbessert werden.  

 

8. Ordnungstherapie

Die Ordnungstherapie ist gewissermaßen ein übergreifendes alternatives Behandlungsverfahren. Darin werden allgemeine Hinweise gegeben zum vernünftigen Leben: Wie vermeidet man Krankheiten, wie stabilisiert man seine Psyche und wie geht man z.B. Umweltgiften aus dem Weg. Dadurch  soll die Krankheitsbereitschaft allgemein eingeschränkt werden. Es ist eine sehr aufwändige Mitarbeit des Patienten erforderlich. Im Grunde wendet jeder Arzt mehr oder weniger Teile der Ordnungstherapie an. Oft ist es nicht sinnvoll, einzelne Patienten allein zu beraten, da dies zu zeitaufwändig ist.

 

9. Pflanzenheilkunde

Das Hauptpräparat bei Tinnitus und Hörsturz ist Ginkgo biloba. Bei einem Hörsturz sollte zunächst Tebonin® intens gegeben werden, später Tebonin® spezial und Tebonin® forte. Beim Tinnitus kann über Monate Tebonin® spezial oder Tebonin® forte gegeben werden. Länger als ein halbes Jahr ist allerdings sinnlos.

 

Unterstützende entspannungsfördernde Behandlung mit Melissen-, Hopfen-, Baldrian-,

Passionsblumepräparaten; bei depressiver Komponente Johanniskraut. Bei Schwindel auch Ingwer, z.B. Zintona®. Zur Verbesserung des Stoffwechsels "entgiftende" Phytopharmaka (Unterstützung der Leber: Artischocke, Brennessel, Löwenzahn, Mariendistel; Förderung der Diurese, Aquarese: Brennessel, Goldrute, Birken, Orthosiphon; Entgiftung über die Haut: Holunder-, Lindenblüten).

 

10. Amalgamsanierung

Tinnitus kann mit bedingt sein durch eine chronische Quecksilbervergiftung durch Amalgam. Hier ist die Entfernung des Amalgams und Ausleitung mit DMPS-Heyl® erforderlich. Ansonsten sollten Umweltgifte so weit wie möglich gemieden werden.

 

11. Klimatherapie

Meeresklima wirkt meistens günstig auf Ohrensausen. Einerseits wird durch Wellenrauschen das Ohrensausen übertönt, andererseits trägt die gute Luft mit einem hohen Gehalt von negativ ionisiertem Sauerstoff zur Heilung bei. Außerdem kann man sich am Meer in der Regel gut entspannen. Besonders günstig sind Inseln, am besten ist Mallorca. Dort werden relativ ausgiebige Tinnitusbehandlungen angeboten, was jeder verstehen kann, der die Insel kennt.

 

12. Ernährungstherapie

Insbesondere beim Morbus Menière, aber auch bei anderen Schwindelformen, bei Tinnitus und Hörsturz ist an eine Übersäuerung des Körpers zu denken. Eine vegetarische bzw. ovolaktovegetabile Kost (nicht gleichbedeutend mit Rohkost!) ist häufig sinnvoll.

 

Zur Durchblutungsverbesserung und vegetativen Stabilisierung empfiehlt sich die stationäre Darmreinigungskur nach Mayr. Eine vollwertige, individuell verträgliche Kost (vitamin-, mineralstoff-, antioxidanzienreiche) ist auf jeden Fall gut. Säurespendende bzw. –bildende Nahrung (Weißmehl, Zucker, Softdrinks, koffeinhaltige Getränke, Fleisch, Wurst) sollte nur in geringen Mengen verzehrt werden.

 

Fastenregimina nach Buchinger, Lützner, Mayr nützen zur Umstimmung. Häufig greifen die Methoden, mit denen Störfelder beseitigt werden sollen (z.B. Akupunktur, Neuraltherapie), erst nach einer derartigen Entgiftungs- und Umstimmungstherapie!

 

Den Ersatz von Mikronährstoffen sollte man nur gezielt nach Ergebnis entsprechender Laboruntersuchungen verordnen; Substitution von Basenpräparaten (z.B. Soda) ist günstig.

 

Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr in Form von Kräutertees und Mineral-/Heilwässern sollte man zur Durchblutungsverbesserung, Besserung der Blutrheologie (Fließeigenschaft des Blutes) und Ausschwemmung von Stoffwechselgiften achten.

 

Die Einschränkung von Genussgiften (v.a. durchblutungsrelevanter wie Koffein, Alkohol) und die Suche nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten (häufig ausgelöst durch aminhaltige Nahrungsmittel wie Hartkäse, Rotwein, Bananen, Nüsse usw.) ist anzuraten.

 

13. Anthroposophische Therapie

Die anthroposophische erweiterte Medizin bietet viele therapeutische Möglichkeiten beim Hörsturz und Tinnitus. Folgende Medikamente kommen in Betracht: Arnica, Arsenicum album, Cochlea, Plumbum metallicum, Arnica/Plumbum comp., Aurum/Hyoscyamus comp., Belladonna, Olivenit, Nontronit, Arandisit, Gencydo®, Stibium metallicum praeparatum und Hepatodoron®.

 

Diese Therapie ist nur durch einen erfahrenen anthroposophischen Arzt durchführbar.

 

14. Aromatherapie

Im Gegensatz zu den anderen Therapieformen können Sie die Aromatherapie selbst durchführen.

Bei Innenohrerkrankungen, die häufig durch Nervosität, Anspannung und Stress verursacht wurden, kommen die sedativen Eigenschaften der Aldehyde zur Anwendung. Allgemein krampflösende Einreibung:     Estragon 1,0 ml

                                   Zypresse 1,0 ml

                                   Thymian Typ thujanol 1,0 ml

                                   Majoran 2,0 ml

                                   Gelsemium 50,0 ml

1-2 ml dieser Mischung pro Anwendung so oft wie notwendig hinter den Ohren einreiben, bis zu maximal 5 ml Ölmischung tgl. (2-5 Anwendungen).

 

Bei Stress und Angstzuständen kommen in Betracht:

                                   Mandarine 1,0 ml

                                   Mandarinen-Petitgrain 1,0 ml

                                    Lippia citriodora 1,0 ml

1 bis 2 Tropfen der Mischung auf den Schläfen und in die Vertiefung zwischen den Schlüsselbeinen (über dem Brustbein) verreiben; beliebig oft wiederholen.

 

Bei Innenohrerkrankung auf Grund extremen Stresses:

                                   Römische Kamille 1,0 ml

                                   Muskatellersalbei 1,0 ml

                                   Mandarinen-Petitgrain 1,0 ml

Indische Narde 1,0 ml

Haselnussöl 10,0 ml

Über Puls, Ellenbeuge, Schläfen und in die Vertiefung zwischen den Schlüsselbeinen (über dem Brustbein) verteilen. Die einmalige Anwendung dieser Mischung sollte den gewünschten Effekt bewirken, wiederholte Anwendung ist aber unbedenklich.

 

Die Öle können manchmal allergische Reaktion auslösen. In diesem Fall ist die Behandlung abzubrechen und unbedingt ein Arzt zu konsultieren.

 

15. Ayurveda

Eine Ayurvedakur ist zur Gesamtstabilisierung debkbar. Dies ist nur unter Aufsicht eines erfahrenen ayurvedischen Arztes möglich, meistens stationär.

 

16. Biofeedback

Durch das bewusste Empfinden des Atems kann der Patient gezielt Beruhigung und Entspannung steuern , dadurch achtet der Patient nicht mehr auf sein Ohrensausen.

 

17. Elektroakupunktur nach Voll (EAV)

Leider gibt es nur noch sehr wenige Ärzte, die diese Methode beherrschen und durchführen. Bei der Elektroakupunktur nach Voll werden bestimmte Akupunkturpunkte im Körper elektrisch gemessen, dabei kann man auch Medikamente austesten.

 

Primär werden die infrage kommenden Viral- und Bakteriennosoden, potenzierte Schadstoffe wie Insektizide, Fungizide, Herbizide, Pestizide, Lösungsmittel, Schwermetalle und dergleichen, wie sie heute 1000-fach in der Umwelt und in der Nahrungskette vorkommen, verwendet. Tritt ein Resonanzphänomen ein, so bedeutet dies Kontamination mit dem entsprechenden Erreger, mit der entsprechenden Substanz. Das Mittel wird dann in allmählich steigender Potenzstufe eingenommen oder per Injektionen verabreicht. Von der Fa. Staufen-Pharma Göppingen, werden diese Nosoden oder chemotoxischen Isopathika z.T. als sog. Serienpackungen mit ansteigenden Potenzen von D5 bis D30 und höher in Ampullenform hergestellt. Bei sehr toxischen Substanzen beginnen diese Reihen in höherer Potenz, z.B. D10 oder D15. Viele Mittel sind nur als Einzelpotenzen oder in den Potenzstufen D4, D6, D12 und D30 erhältlich. Aus dem Resonanztest ergeben sich die jeweils erforderlichen Potenzen.

 

18. Lymphdrainage

Bei Innenohrerkrankungen kommt eine Massage der Lymphabflussgefäße des Ohres infrage, um Lymphstaus zu beseitigen. Dies kann unterstützend beim Ohrensausen angewandt werden.

 

19. Tinnitus Retraining Therapie

Ein kleines Gerät, das im Ohr oder hinter dem Ohr getragen wird, sendet etwa sechs Stunden am Tag ein leises Rauschen aus. So wird das Gehör wieder für die Geräusche von außen sensibilisiert, die Fixierung auf den Lärm im Ohr lässt nach. Ein dauerhafter Erfolg zeigt sich jedoch erst nach ein bis zwei Jahren. Bei etwa jedem dritten Patienten soll das Ohrgeräusch ganz verschwinden, jeder Zweite kann es nach der Therapie "überhören" und fühlt sich nicht mehr gestört. Das Verfahren ist in Deutschland noch relativ neu, so dass noch keine Langzeiterfahrungen bestehen. Eine psychologische Begleittherapie ist erforderlich. Insgesamt ist die TRT sehr aufwändig.

 

20.Ortho-Bionomy®

Ortho-Bionomy® bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "den Gesetzen des Lebens folgen". Ortho-Bionomy® ist eine eigenständige, weiche Form der manuellen Therapie, die von dem anglokanadischen Osteopathen Dr. Arthur Lincoln Pauls entwickelt wurde und seit 1974 gelehrt wird.

 

Die Grundhypothese der Ortho-Bionomy® lautet:

Die meisten funktionellen Symptome sind letztlich Ausdruck des Bemühens um eine angemessene Selbstregulation. Beispiel Bewegungsapparat: Muskelhartspann, Gelenkblockierungen, verringerte Kraft einer Bewegungsrichtung etc. Sie sind auch als Schutzreaktionen des Körpers zu verstehen, die größere Schäden verhindern, wie die Überdehnung von Bändern oder Kapsel- und Muskelverletzungen.

 

Akute Belastungen werden meist folgenlos gegenreguliert. In die Behandlung kommen Menschen, die keine angemessene Selbstregulation erreichen konnten und unter körperlichen Einschränkungen und ihren Folgen als Ausdruck einer regulativen Überlastung leiden.

 

Indem man mit der Ortho-Bionomy® die nicht adäquat zu Ende geführten Selbstkorrekturen, die klinisch als Symptom imponieren, gezielt unterstützt und zu Ende führt, verbessert man die Autoregulation und körperliche Koordination.

 

Es ergeben sich für die Ortho-Bionomy® einige wichtige Behandlungsprinzipien:

 

1.      Der Behandler arbeitet immer in die für den Patienten freie Richtung. Er lässt sich vom Organismus leiten und verstärkt das vorgegebene Bewegungs-/Haltungsmuster.

2.      Kein Griff, keine Lagerung, keine Bewegung darf Schmerzen oder vermehrtes Unbehagen auslösen.

3.      Für den Patienten ist eine angenehme Lage und Bewegung zu suchen.

4.      Die Wahrnehmungen und Reaktionen des Patienten sind unbedingt zu beachten.

5.      Der Therapieablauf orientiert sich an der gezielten Unterstützung der Selbstkorrekturmechanismen, nicht an einem vordefinierten Therapieziel, bzw. an der Korrektur eines vorher als pathologisch definierten Zustandes.

 

Unter diesen Voraussetzungen wird die Ortho-Bionomy® vom Patienten angstfrei als sehr entspannendes Therapieverfahren erlebt.

 

Bisher sind unter Anwendung der Methode selbst durch Anfänger noch keine körperlichen Schäden bekannt geworden. Gleichzeitig kann eine außerordentliche Effektivität der Behandlungstechniken der Ortho-Bionomy® beobachtet werden.

 

Für den HNO-Bereich erscheint die Nutzung einer stressabbauenden manuellen Technik von besonderer Bedeutung, da wegen der Nähe zu den Sinnesorganen zum ZNS funktionelle Fehlregulationen am Schädel und an der HWS die Patienten sehr beeinträchtigten und in eine chronifizierte sympathikotone Dysregulation überführen können.

 

Blockierungen im Bereich der Kopfgelenke und oberen HWS lösen Schwindel und Gleichgewichtsstörungen aus. Kraniale Blockierungen und Belastungen der Kiefer im Zusammenhang mit Zahnbehandlungen führen zu Trigeminusbeschwerden, chronischen Sinupathien, Augenerkrankungen, Geruchsveränderungen, Infektanfälligkeit des Waldeyerschen Rachenringes, Abflussbehinderungen im Tränennasengang und vielem mehr.

 

Weiche manuelle Techniken zur Behandlung des Kopfes und der Kopfgelenke haben sich bei Ohrerkrankungen und Schwindel bewährt.

 

21. Orthomolekulare Medizin

Zur Optimierung der Zellaktivität Gabe von Radikalenfängern (Selen, Vitamin C, Tocopherol). Zur Entgiftung Gaben von Vitamin B6). Bei Mikronährstoffmangel (z.B. Magnesium, Kalium) entsprechende Substitution.

 

22. Ozontherapie

Die Ozontherapie ist möglich in Kombination mit der Eigenbluttherapie, wobei das Blut mit Ozon angereichert wird, z.B. 200 µg O3 auf 5 ml Blut.

 

23. Bachblütentherapie

Die Bachblütentherapie erfordert großes therapeutisches Können und sollte nicht von Laien angewandt werden. Eine therapeutische Verwendung ist entsprechend dem Gemütszustand möglich.

 

24. HOT

Geeignet zur Verbesserung der Durchblutung im Ohr. 50 ml Venenblut entnehmen, mit Natriumcitrat im Verhältnis 1:4 mischen, in eine Flasche füllen und mit Sauerstoff über Ventile aufschäumen. Nach 30 Minuten wird das Blut reinfundiert. Es sollten vier Behandlungen in zwei Wochen durchgeführt werden.

 

25. Hydro- und Thermotherapie

Kalte Nackengüsse mit geringem Druck, die Haut wird weich überspült. Kalte oder heiße Kompressen in den Nacken jeweils für einige Sekunden. Durch den ständigen Temperaturwechsel wird die allgemeine Durchblutung verbessert.

 

 

F. Selbsthilfegruppen

Die deutsche Tinnitusliga e.V. (Postfach 21 03 51 in 42353 Wuppertal) ist die größte deutsche Selbsthilfegruppe in Sachen Tinnitus. In allen größeren Städten gibt es Ortsgruppen. Der Vorteil bei diesen Gruppen ist, dass man gut informiert wird, was gerade in Sachen Tinnitus akutell ist. Der Nachteil ist, dass es problematisch sein kann, wenn mehrere Patienten mit Tinnitus zusammen sind und den ganzen Tag nur über Tinnitus sprechen.

 

Deutscher Naturheilbund DNB, Kreuzbergstr. 45, 74564 Crailsheim

In sehr vielen Orten in Deutschland gibt es die Naturheilvereine, die regelmäßig Vorträge und Naturheiltage veranstalten. Dabei geht es oft auch um Ohrensausen.

 

Deutscher Schwerhörigenbund, Breite Straße 3, 13187 Berlin

Dieser beschäftigt sich mehr mit den Problemen, die aus einer Schwerhörigkeit resultieren als mit Ohrensausen. Häufig sind diese Probleme aber kombiniert.

 

Deutsche Gesellschaft für Akustikusneurinom

Vorsitzende Frau Martina Held, Am Fronhof 9, 53501 Grafschaft-Leimersdorf

Hier treffen sich Patienten mit dem Spezialproblem Akustikusneurinom.

 

 

G. Bücher zum Thema 

Biesinger, E.: Die Behandlung von Ohrgeräuschen. MVS Medizinverlage Stuttgart 2002

Friese, K.-H.: Homöopathie in der HNO-Heilkunde. Hippokrates Stuttgart 2005

Friese, K.H.: Memorix. Naturheilkundliche HNO-Praxis. Hippokrates Stuttgart 2000

Hesse, G.: Retraining und Tinnitustherapie. Thieme Stuttgart 1999

Knör, E.: Hörstörungen. Behandlung und Pflege. Kohlhammer-Verlag 1999.

Nelting, M.(Hg.): Tinnitustherapie mit Leib und Seele. 2. überarb. Aufl. München, Wien: Profil (2002)

Schaaf, Holtmann: Psychotherapie bei Tinnitus. Schattauer Verlag 2001

Schaaf, H., Hesse, G.: Tinnitus. Alarm aus dem Innenohr. 6. Auflage, Midena Verlag 2002

Schäfer, L.-M.: Selbsthilfe bei Ohrgeräuschen. Haug-Verlag 2000